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Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.
Akkordeon Hohner Bravo III 34/72/III/5/2 rot Museum
Dieses moderne Instrument präsentiert sich als äußerst beliebtes, leichtes und vielseitiges Akkordeon, das speziell für Einsteiger, Musikschüler und mobile Musiker entwickelt wurde. Mit seinen 34 Diskanttasten und 72 Bässen deckt es einen breiten musikalischen Spielraum ab, bleibt dabei jedoch wunderbar kompakt und einfach zu handhaben. Dank der 3-chörigen Bauweise liefert es einen klaren, lebendigen und durchsetzungsstarken Klang, der sich über fünf Diskantregister und zwei Bassregister schnell und unkompliziert variieren lässt. Eigenschaften Bässe: 72 Bässe Chöre: 3 Chöre im Diskant Diskant (Tasten): 34 Tasten Diskant-Register: 5 Register Bass-Register: 2 Register Gehäuse: Kompaktes, ergonomisch geformtes Gehäuse in strahlendem Rot Herstellungsland und -region: China (im Auftrag von Hohner, Deutschland) Marke: Hohner Weitere Merkmale: Modernes, geschlossenes Verdeck-Design mit dezentem Hohner-Schriftzug, strapazierfähige Tastaturmechanik mit geräuscharmer Tastenführung, gewichtsoptimierte Bauweise Über den Hersteller "Hohner" und den Weg zur Bravo-Serie Das im Jahr 1857 von Matthias Hohner in Trossingen gegründete Unternehmen Hohner gilt als einer der geschichtsträchtigsten und bekanntesten Musikinstrumentenhersteller der Welt. Über Generationen hinweg prägten Handzuginstrumente aus Trossingen die Musikwelt und machten die Marke zu einem weltweiten Synonym für Qualität und Tradition. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts geriet das Traditionsunternehmen jedoch in eine schwere wirtschaftliche Krise, woraufhin sich die Gründerfamilie schrittweise zurückzog. Um die Marke und das Unternehmen vor dem Aus zu retten, stieg im Jahr 1997 der taiwanesische Musikinstrumenten-Riese KHS Musical Instruments (unter anderem bekannt für die Marken Jupiter und Mapex) ein und übernahm über seine Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit an Hohner. Im Jahr 2014 folgte schließlich die vollständige Übernahme des Unternehmens durch KHS. Um Hohner wieder in die Gewinnzone zu führen, leitete der neue taiwanesische Eigentümer eine umfassende Umstrukturierung ein. Dazu gehörte auch die strategische Entscheidung, die Produktion von preisgünstigeren Consumer- und Einstiegsinstrumenten nach China zu verlagern, um den globalen Markt konkurrenzfähig bedienen zu können. Die beliebte Baureihe Bravo stammt aus dieser modernen Ära und wird nach strengen Design- und Qualitätsvorgaben der Hohner-Entwickler im asiatischen Werk gefertigt. Als weltweiter Standard im modernen Musikschulunterricht dokumentiert dieses Exponat eindrucksvoll die Globalisierung und den Strukturwandel des historischen Musikinstrumentenbaus im 21. Jahrhundert.
Akkordeon Hohner Atlantic IV N de luxe schwarz Museum
Ein Meilenstein des modernen Musikinstrumentenbaus aus Trossingen: Die Atlantic-Serie von Hohner gehört zu den erfolgreichsten und robustesten Akkordeon-Reihen, die je in Deutschland gefertigt wurden. Über Jahrzehnte hinweg prägte dieses Instrument den Sound von Akkordeon-Orchestern, begleitete unzählige Alleinunterhalter auf den Bühnen weltweit und gilt bis heute als absoluter Kult-Klassiker. Die Revolution im Gehäusebau: Aluminium statt Holz Die größte technologische Besonderheit der Atlantic-Reihe liegt in ihrer Konstruktion. Während die Gehäuse traditioneller Handzuginstrumente fast ausnahmslos aus Holz gefertigt werden, brach Hohner hier mit der Konvention: Das Metallgehäuse: Das Instrument wurde mit einem Gehäuse aus leichtem, aber extrem widerstandsfähigem Aluminium ausgestattet. Die Akustik: Ohne zusätzliche Dämpfung besitzt die Atlantic einen sehr scharfen, durchsetzungsstarken Klang. Um diesen zu variieren, experimentierte Hohner mit der internen Akustik: Einige Modelle wurden mit speziellen Resonanzblechen oder Jalousien auf der Diskantseite ausgestattet, die dem Instrument einen weicheren, fast Cassotto-ähnlichen Klangcharakter verleihen. Technische Vielseitigkeit & Klangvielfalt Die um 1973 gebaute Atlantic IV N de Luxe war ein echtes Allround-Talent, das für den weltweiten Export produziert wurde. Sie besticht durch eine enorme registerspezifische Flexibilität: Chöre & Stimmung: Produziert in 3- und 4-chörigen Ausführungen, wahlweise in klassischer Oktav- oder schwebender Musette-Stimmung. Register: 11 Registerkombinationen im Diskant und 3 im Bass erlauben ein breites Klangspektrum für verschiedenste Musikgenres. Das Bass-Fundament: Für die tiefen Töne wurde ein Winkelstimmstock verbaut, der der Atlantic ihren charakteristisch kernigen und kraftvollen Bass verleiht. Das Sammler-Highlight: Die „Artiste“-Stimmplatten Eine Besonderheit, die dieses Exponat unter Kennern heute so begehrt macht: Einige wenige Chargen der Atlantic IV N de Luxe wurden ab Werk mit den hochwertigen, meist gelb eloxierten „Artiste“-Stimmplatten bestückt. Diese sorgen für eine außergewöhnlich leichte Ansprache und eine hervorragende Tonstabilität, weshalb das Instrument auch auf dem heutigen Sammler- und Gebrauchtmarkt eine Spitzenstellung einnimmt.
Akkordeon Hohner Student IV N gebraucht
gebraucht Wird vor Auslieferung überholt
Akkordeon Hohner Morino VI M 185 Bass Muesum
Dieses Instrument ist ein wahrer Koloss der Akkordeon-Geschichte und ein absolutes Traumschiff für Solisten. Die Hohner Morino VI M aus dem Jahr 1963 verkörpert die absolute Königsklasse des Trossinger Akkordeonbaus. Mit einer opulenten Ausstattung von 45 Diskanttasten, 5 Chören, echtem Cassotto, Musette-Stimmung sowie einem Kinnregister und zwei Daumen-Schieberegistern bietet dieses Instrument ein schier unerschöpfliches Klangspektrum. Besonders macht dieses Modell die Bestückung mit erlesenen, extrem stimmstabilen und ausdrucksstarken Bugari-Stimmplatten sowie das vorgelagerte Melodiebass-System (MIII). Mit imposanten 16 kg Lebendgewicht ist dieses Prachtexemplar ein hochspannendes Zeugnis einer Ära, in der Masse gleichbedeutend mit maximalem Soundvolumen war. Eigenschaften Diskant-Tasten: 45 Tasten (erweiterter Tonumfang: F bis A) Chöre (Diskant): 5-chörig (inkl. Musette-Stimmung) Cassotto: Ja (2 Chöre im Cassotto) Diskant-Register: 11 Register Zusatzregister: 1 Kinnregister, 2 Daumen-Schieberegister Bässe (Gesamt): 185 Bassknöpfe Melodiebass (MIII): Ja (fest vorgelagertes System, kein Convertor) Chöre (Bass): 4-chörig Bass-Register: 3 Register Stimmplattenqualität: Hochwertigste Bugari-Stimmplatten (für herausragende Dynamik und feinste Ansprache) Gewicht: ca. 16 kg Baujahr: 1963 Herstellungsland und -region: Deutschland (Trossingen, im Hohner-Stammwerk) Bauweise: Massives, akustisch hervorragendes Holzgehäuse Einst unentbehrlich im Studium – heute eine physische Herausforderung Für Musikstudenten an den Konservatorien und Musikhochschulen der 1960er- bis 1980er-Jahre war die Morino VI M das unabdingbare Standard-Instrument. Wer klassische Literatur, komplexe Bach-Fugen oder moderne Originalliteratur für Akkordeon studieren wollte, kam an diesem Modell schlichtweg nicht vorbei. Das vorgelagerte MIII-System: Im Gegensatz zu modernen Convertor-Akkordeons, bei denen man die Standard-Bassknöpfe mechanisch auf Melodie-Einzeltöne umschaltet, besitzt die Morino VI M ein vorgelagertes System. Hierbei sind die chromatischen Melodiebass-Reihen (MIII) physisch vor den Standardbässen angeordnet. Das System erfordert eine exzellente, weite Handhaltung und enorme Treffsicherheit, bietet dafür aber sofortigen, uneingeschränkten Zugriff auf beide Basswelten ohne Umschaltverzögerung. Der Wandel der Zeit – Das Gewichtsproblem: Mit rund 16 kg ist die Morino VI M ein absolutes Schwergewicht. In der heutigen Zeit, in der Ergonomie, Rückenschonung und leichtere Carbon- oder Convertor-Bauweisen im Fokus stehen, gilt dieses Instrument vielen modernen Studenten und Konzertanten schlichtweg als zu schwer. Dennoch bleibt die physische Präsenz dieses Instruments unübertroffen: Das große Holzgehäuse und die schiere Masse sorgen für ein unvergleichliches Resonanzverhalten und ein Bassfundament, das man im wahrsten Sinne des Wortes im ganzen Körper spürt. Goldene Ära: Made in Germany mit italienischem Innenleben Die legendäre M-Serie von Hohner gilt unter Kennern als der absolute Höhepunkt des Trossinger Werks. Benannt nach dem genialen Konstrukteur Venanzio Morino, vereint diese Serie deutsche Ingenieurskunst mit italienischem Temperament. Die Fertigung dieses Instruments fand 1963 noch in echter Handarbeit direkt im Hohner-Stammwerk in Trossingen (Deutschland) statt. Um die akustischen Grenzen des Machbaren zu verschieben, ging Hohner jedoch eine hochkarätige Symbiose ein: Man importierte für die Spitzenmodelle die edelsten Stimmplatten aus dem italienischen Castelfidardo. Dass in dieser Morino VI M originale Bugari-Stimmplatten verbaut sind, ist ein absoluter Ritterschlag. Die Manufaktur Bugari ist weltbekannt für Stimmplatten von allerhöchster Güte, die sich durch einen extrem geringen Luftverbrauch, eine blitzschnelle Ansprache im Pianissimo und eine enorme Pegelfestigkeit im Fortissimo auszeichnen. Diese Kombination aus deutscher Präzision beim Gehäuse- und Mechanikbau und italienischer Stimmplatten-Vollendung macht dieses Instrument zu einem unschätzbar wertvollen Sammlerstück auf absolutem Konzertsaal-Niveau.
Akkordeon Hohner Golina II 41/120/V/12/7 Museum
Hier präsentieren wir ein absolutes Meisterwerk der Instrumentenbaukunst und eine außergewöhnliche Rarität: die legendäre Hohner Golina II. Dieses hochklassige Konzertinstrument wurde für allerhöchste Ansprüche im Solisten- und Orchesterbereich konzipiert und vereint eine fulminante, 5-chörige Ausstattung im Diskant wie auch im Bass. Ausgestattet mit einem echten Cassotto (Winkelkanal für die Fußlagen $16'$ und $8'$) und handgearbeiteten Stimmplatten der höchsten Güteklasse (a Mano), besticht dieses Instrument durch eine unübertroffene Ansprache, enorme Dynamik und einen seidenweichen, edlen Klangcharakter. Eigenschaften Piano-Tasten: 41 Tasten (Tonumfang: F bis A) Bässe: 120 Standardbässe Gattung: Chromatisch Chöre (Diskant): 5-chörig Cassotto-Chöre: 2 Chöre im Cassotto ($16'$ + $8'$) Diskant-Register: 12 + 1 Register (12 verschiedene Klangfarben plus Generalschalter) Chöre (Bass): 5-chörig im Standardbass Bass-Register: 7 Register Stimmplattenqualität: Handgearbeitet (a Mano) für direkte Ansprache und exzellente Stimmstabilität (als hochwertige Sonderbestückung) Gehäuse: Klassisch elegantes, schwarzes Hochglanz-Gehäuse Verdeckmechanik: Einzigartige, mechanisch steuerbare Jalousie (Sordino) zur stufenlosen Dämpfung des Diskantklangs Das akustische Highlight: Die besondere Verdeck-Jalousie Eine der faszinierendsten Besonderheiten der Hohner Golina II ist die im Verdeck integrierte Dämpfungskonstruktion. Neben den klassischen Klangregistern befindet sich eine mechanisch bedienbare Jalousie direkt unter dem reich verzierten Kühlergrill. Funktionsweise: Durch das Schließen dieser Klappen wird der Luftaustritt aus dem Diskantraum physikalisch eingegrenzt. Klangliche Wirkung: Im geöffneten Zustand klingt die Golina II strahlend, brillant und durchsetzungsstark. Schließt man die Jalousie, wird der Schall sanft gefiltert. Der Klang gewinnt an zusätzlicher Wärme, wirkt angenehm gedämpft, fast intim, und erinnert an den weichen Charakter historischer Orgeln. Diese Dämpfung arbeitet Hand in Hand mit dem eingebauten Cassotto und erlaubt dem Spieler eine extrem feinfühlige, akustische Raum-Anpassung. Der spannende Hintergrund: Die "Golina" als italienischer Gola-Abstecher Die Golina-Serie gehört zu den am heißesten diskutierten Modellen der Hohner-Geschichte. Optisch ist sie ein direkter, bewusster Abstecher von der legendären Hohner Gola – dem unbezahlbaren, in mühsamer Einzelhandarbeit im Trossinger Meisteratelier gefertigten „Maybach“ unter den Akkordeons. Hohner übernahm für die Golina nahezu eins zu eins das markante, luxuriös verchromte Gola-Verdeckdesign. Der eigentliche Clou liegt jedoch in ihrer Herkunft: Während die echte Gola in Trossingen entstand, ließ Hohner die Golina-Modelle in den 1960er Jahren in Italien in Kooperation mit den renommiertesten dortigen Manufakturen (wie Bugari und Excelsior) fertigen. Unter dem Gehäuse verbirgt sich daher im Grunde eine italienische Interpretation der Morino im edlen Gola-Gewand. Sie schließt die Lücke zwischen der kraftvollen Morino und der unerschwinglichen Gola. Sie bietet das Beste aus zwei Welten: das unverwechselbare, edle Erscheinungsbild und die klangliche Raffinesse der Gola-Ästhetik, kombiniert mit dem typisch warmen, samtigen Klangcharakter italienischer Spitzeninstrumente. Dieses seltene Exponat ist ein faszinierendes Zeugnis dieser deutsch-italienischen Symbiose auf absolutem Konzertniveau.
Akkordeon Hohner Concerto III N 34/72/III/5/2 rot, gebraucht
Dieses hervorragende Instrument repräsentiert die beliebte „N“-Generation der legendären Concerto-Baureihe aus dem Hause Hohner. Das handliche Mittelfeld-Akkordeon gilt unter Musikern im Kern als extrem robustes und klangstarkes Alltagsinstrument, das mit 34 Tasten und 72 Bässen die perfekte Balance aus Gewicht und musikalischem Umfang bietet. Die 3-chörige Bauweise sorgt für einen klaren, typischen Hohner-Klang. Eine technische Besonderheit dieses Modells betrifft die Tastaturlagerung: Die hier verwendeten Führungsgummis neigen im Laufe der Jahre dazu, speckig und klebrig zu werden. Dies führt dazu, dass die Tasten anfangen zu quietschen und sich nur noch schwergängig spielen lassen, weshalb diese Konstruktion für ein einwandfreies Spielgefühl regelmäßig fachgerecht gewartet werden muss. Eigenschaften Bässe: 72 Bässe Chöre: 3 Chöre im Diskant Diskant (Tasten): 34 Tasten Diskant-Register: 5 Register Bass-Register: 2 Register Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit rot-perloidem Zelluloid-Überzug Herstellungsland und -region: Deutschland (Trossingen) Marke: Hohner Weitere Merkmale: Klassisches Hohner-Verdeck mit vertikal geprägtem Hohner-Schriftzug, weiße Registerdrücker, im Inneren klassisch auf Holzstimmstöcken aufgebaut Über den Hersteller "Hohner" und die Concerto-Serie Das im Jahr 1857 von Matthias Hohner in Trossingen gegründete Unternehmen Hohner gilt als einer der geschichtsträchtigsten und bekanntesten Musikinstrumentenhersteller der Welt. Über Generationen hinweg prägten Handzuginstrumente aus Trossingen die globale Musiklandschaft und machten die Marke zu einem weltweiten Qualitätsbegriff. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts geriet das Traditionsunternehmen in eine schwere wirtschaftliche Krise, woraufhin im Jahr 1997 der taiwanesische Musikinstrumenten-Riese KHS Musical Instruments die Mehrheit übernahm und die Produktion strukturell neu ordnete. Die Concerto III N stammt aus der Epoche vor diesem großen Umbruch und wurde noch im Stammwerk in Trossingen gefertigt. Sie gilt unter Kennern als treuer, wertbeständiger Klassiker der deutschen Fertigungsgeschichte. Trotz der bekannten, wartungsbedürftigen Tastaturführungen ist dieses Modell aufgrund seiner sonstigen Unverwüstlichkeit und des hervorragenden Klangcharakters bis heute ein überaus geschätztes Instrument in Musikschulen und Vereinen.
Akkordeon Hohner Lucia III 96 Bass 37/96/III/5/3 schwarz Museum
Ein kompakter Klassiker der Nachkriegszeit aus deutscher Fertigung Die in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren in Deutschland produzierte Lucia-Serie von Hohner steht für kompakte Vielseitigkeit und technische Innovation. Das Modell Lucia III in elegantem Schwarz vereint eine handliche Größe mit einem erstaunlich vollen Klangvolumen und spiegelt den Zeitgeist des Wirtschaftswunder-Akkordeonbaus perfekt wider. Pionierarbeit im Metallbau: Das Aluminium-Gehäuse Ebenso wie die legendäre Atlantic-Reihe brach auch die Lucia mit der traditionellen Fertigung: Statt des üblichen Holzkorpus besitzt dieses Instrument ein leichtes und robustes Aluminiumgehäuse. Diese Metallbauweise verlieh dem Akkordeon nicht nur eine hohe Stabilität, sondern auch einen unverkennbaren, sehr direkten und klaren Klangcharakter (ohne Cassotto). Technische Ausstattung & Klangcharakteristik Das vorliegende Exponat zeigt die Lucia III in einer perfekt ausbalancierten Konfiguration für Hobby- und Orchestermusiker: Tastatur & Bass: Ausgestattet mit 37 Diskanttasten und 96 Bässen bietet das Instrument vollen Spielumfang bei kompakter Bauweise. Die Chor-Besetzung (LMM): Das Instrument ist 3-chörig aufgebaut und verfügt über die klassische Registerkombination aus einer tiefen Oktave (16') und zwei Grundreihen im Tremolo (LMM). Dies ermöglicht sowohl kräftige, getragene Klänge als auch das beliebte, schwebende Tremolo. Der „Materialfehler“ der Geschichte: Das Schaumstoff-Problem Aus restauratorischer Sicht birgt die Lucia-Serie eine historische Besonderheit: Hohner experimentierte in dieser Ära bei den Klappenbelägen mit dem damals neuartigen Werkstoff Schaumstoff. Über die Jahrzehnte hinweg zeigte sich jedoch, dass sich dieser synthetische Schaumstoff unaufhaltsam zersetzt, klebrig wird und die Funktion blockiert. Für spezialisierte Reparateure und Fachwerkstätten – wie die unsere – gehört der fachgerechte Austausch dieser zersetzten Beläge gegen den traditionellen, bewährten Filz-Leder-Klappenbelag heute zu den klassischen Standardaufgaben bei der Restaurierung dieses Modells, um ihm wieder zu altem Glanz und voller Spielbarkeit zu verhelfen. Variantenreichtum der Modellreihe Die Lucia war ein extrem wandelbares Erfolgsmodell. Hohner fertigte die Serie in zahlreichen Variationen für jeden Anspruch: von kleineren 48- und 80-Bass-Modellen bis hin zu unterschiedlichen Registerausstattungen (2- bis 4-chörig) in reiner Oktav- oder ausgeprägter Tremolo-Stimmung.
Akkordeon Hohner Verdi III 41/120/III/5/3 gebraucht
Gebrauchtes Instrument mit gutem Allgemeinzustand Das Instrument wird vor Versand in unserer Werkstatt generalüberholt. Endzustand: neue und saubere Stimmung saubere Stimmplatten mit neue Ventilen neue Kalikostreifen Neue Trageriemen, Bassriemen und Balgzuhalter Wir bieten auf das Instrument 2 Jahre Garantie
Akkordeon Hohner Verdi II N 96 Bass 37/96/III/7/3 schwarz - gebraucht
gebrauchtes Akkordeon von Hohner Lucia III in schwarz mit 96 Bässen und 3 Chören (ohne Cassotto) gebrauchte Instrumente sind im Allermeisten optisch mit Gebrauchsspuren versehen - >>> BITTE erwarten Sie nie ein makelloses gebrauchtes Akkordeon!!! <<< Gebrauchsspuren können sein: Kratzer, Dellen, Risse, Korrosion, Verfärbungen, Aufkleber, Markierungen, etc. Weitere Infos finden Sie oben in der Beschreibung Machen Sie einen Termin, kommen vorbei und schauen sich die Instrumente vor Ort an Anspielen erwünscht!
Knopfakkordeon Hohner Amati III M C-Griff 2-chörig gebraucht
Im Kundenauftrag zu verkaufen eine Hohner Amati III M 34/75/II/3 C-Griff, 2-chörig Das Instrument wird vor der Auslieferung komplett überarbeitet. Lieferzeit ca. 20-35 Tage Sonderwünsche können vor oder nach dem Kauf abgesprochen werden. Folgende Arbeiten werden durchgeführt: Reinigen der Stimmplatten, neu ventilieren Stimmen Optisch Aufwertung abdichten des Balges Weitere Infos gerne auf Wunsch erhältlich. 1 Jahr Garantie Das Instrument kann bei uns angespielt werden und abgeholt werden.
Akkordeon Hohner Morino V N Museum
Die Hohner Morino V N ist eine absolute Legende auf den Bühnen der Akkordeonwelt. Als hochkarätiges, 5-chöriges Profi- und Orchesterinstrument ist sie für ihren unverwechselbaren, orchestralen und extrem kraftvollen Klang berühmt, den sie nicht zuletzt ihren zwei Chören im echten Cassotto ($16'$ + $8'$) verdankt. Bestückt mit hochwertigen Tipo a Mano-Stimmplatten, bietet dieses 13 kg schwere Schwergewicht eine enorme Dynamik und Durchsetzungskraft. Dieses Exponat ist jedoch nicht nur ein klanglicher Gigant, sondern auch ein historisch hochinteressantes Modell, das eine ganz besondere technische Eigenheit und einen Wendepunkt in der Hohner-Produktion dokumentiert. Eigenschaften Piano-Tasten: 41 Tasten (Tonumfang: F bis A) Bässe: 120 Standardbässe Gattung: Chromatisch Chöre (Diskant): 5-chörig Cassotto-Chöre: 2 Chöre im Cassotto ($16'$ + $8'$) Diskant-Register: 11 Register Chöre (Bass): 5-chörig im Standardbass Bass-Register: 5 Register Stimmplattenqualität: Tipo a Mano (hervorragende Ansprache und Dynamik) Gewicht: ca. 13 kg Herstellungsland und -region: Italien (Castelfidardo, gefertigt von Excelsior im Auftrag von Hohner) Bauzeitraum: ca. 1968 bis 1983 (N-Serie) Der Sound einer Ära: Die Morino und die Oberkrainermusik Wer an die Hohner Morino denkt, kommt an einem Genre und einem Namen nicht vorbei: der Oberkrainermusik und dem legendären Slavko Avsenik. Die Morino und der unverkennbare „Avsenik-Sound“ sind in der Musikgeschichte unzertrennlich miteinander verwoben. Slavko Avsenik revolutionierte mit seinen Original Oberkrainern die Volksmusik und prägte einen völlig neuen, extrem dynamischen Spielstil. Das Herzstück dieses Ensembles war die Hohner Morino. Durch die 5-chörige Bauweise und das markante Cassotto lieferte das Instrument genau die Durchsetzungsfähigkeit, die nötig war, um sich neben Trompete und Klarinette zu behaupten. Vor allem das Zusammenspiel des warmen, tiefen $16'$-Basses im Cassotto mit dem schwebenden Tremolo schuf jenen legendären, fast orgelartigen und extrem treibenden Sound, der bis heute weltweit das Markenzeichen der Oberkrainermusik ist. Bis heute gilt die Morino in diesem Genre als das absolute Nonplusultra. Herkunft: Die "italienische" Morino Während die früheren Morino-Modelle (wie die legendäre M-Serie) noch direkt im Hohner-Stammwerk in Trossingen (Deutschland) vom Band liefen, ging Hohner mit der N-Serie neue Wege. Um die Produktion zu optimieren, wurde die Fertigung der Morino N komplett nach Italien verlagert. Sie wurde im Auftrag von Hohner beim renommierten italienischen Premium-Hersteller Excelsior in Castelfidardo gebaut. Die Handschrift des italienischen Akkordeonbaus ist in der wunderbaren Gehäuseverarbeitung und dem typisch warmen, weichen Klang spürbar. Das berüchtigte Phänomen der „Klebemorino“: Was steckt dahinter? Unter Akkordeonbauern und in Fachwerkstätten ist die Morino N-Serie weltweit auch unter einem weniger schmeichelhaften Spitznamen bekannt: der „Klebemorino“. Aus langjähriger Werkstatterfahrung lässt sich dieses Problem, das fast jedes Instrument dieser Ära früher oder später einholt, wie folgt erklären: Das Problem: Tasten und Bassknöpfe fangen plötzlich an zu quietschen, reagieren träge, bleiben hängen oder kleben regelrecht fest. Beim Öffnen der Register oder beim Betätigen der Klappen merkt man, dass die Klappenbeläge an der Planfüllung (dem Gehäuseboden unter den Klappen) haften bleiben. Die Ursache (Der Produktionsfehler): In den 1970er Jahren wollte man die Produktion modernisieren. Statt der traditionellen, mit Knochenleim oder Spezialklebern aufgebrachten Filz- und Lederbeläge kam ein damals neuartiger, synthetischer Klebstoff sowie Schaumstoffträger zum Einsatz. Was die Ingenieure damals nicht ahnen konnten: Der verwendete Kleber war nicht dauerhaft stabil. Der chemische Prozess: Über die Jahrzehnte hinweg zersetzen sich die Inhaltsstoffe des Klebers chemisch (Weichmacherwanderung). Der Klebstoff wird flüssig und wandert wie ein Schwamm durch den Filz und das Leder hindurch bis an die Oberfläche des Klappenbelags. Dort hinterlässt er einen extrem zähen, speckigen und klebrigen Film. Die Lösung in der Werkstatt: Puder oder Reinigungsmittel helfen hier nur sehr kurzfristig – der Kleber drückt immer wieder nach. Die einzig fachgerechte und dauerhafte Lösung ist eine komplette Sanierung in der Akkordeonwerkstatt. Dabei müssen alle alten Klappenbeläge komplett entfernt, die Planfüllung rückstandslos gereinigt und die Klappen mit klassischen, hochwertigen Filz-Leder-Belägen neu bestückt werden. Gegen Ende der Produktion (beim Übergang zur S-Serie) erkannte Hohner den Fehler und stellte die Fertigung wieder auf klassische Methoden um. Fazit Wurde die Morino V N erst einmal in einer Fachwerkstatt von ihren „Klebepolstern“ befreit und fachmännisch saniert, ist sie ein absolut fantastisches, unzerstörbares und wertstabiles Trauminstrument. Dieses Exponat ist ein überragendes Beispiel für den epochalen, italienisch geprägten Sound der 70er Jahre – bereit, um den Geist von Slavko Avsenik auf der Bühne weiterleben zu lassen.
Neuheiten
Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.