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Produktinformationen "Akkordeon Hohner Morino V N Museum"
Die Hohner Morino V N ist eine absolute Legende auf den Bühnen der Akkordeonwelt. Als hochkarätiges, 5-chöriges Profi- und Orchesterinstrument ist sie für ihren unverwechselbaren, orchestralen und extrem kraftvollen Klang berühmt, den sie nicht zuletzt ihren zwei Chören im echten Cassotto ($16'$ + $8'$) verdankt. Bestückt mit hochwertigen Tipo a Mano-Stimmplatten, bietet dieses 13 kg schwere Schwergewicht eine enorme Dynamik und Durchsetzungskraft.
Dieses Exponat ist jedoch nicht nur ein klanglicher Gigant, sondern auch ein historisch hochinteressantes Modell, das eine ganz besondere technische Eigenheit und einen Wendepunkt in der Hohner-Produktion dokumentiert.
Eigenschaften
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Piano-Tasten: 41 Tasten (Tonumfang: F bis A)
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Bässe: 120 Standardbässe
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Gattung: Chromatisch
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Chöre (Diskant): 5-chörig
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Cassotto-Chöre: 2 Chöre im Cassotto ($16'$ + $8'$)
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Diskant-Register: 11 Register
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Chöre (Bass): 5-chörig im Standardbass
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Bass-Register: 5 Register
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Stimmplattenqualität: Tipo a Mano (hervorragende Ansprache und Dynamik)
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Gewicht: ca. 13 kg
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Herstellungsland und -region: Italien (Castelfidardo, gefertigt von Excelsior im Auftrag von Hohner)
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Bauzeitraum: ca. 1968 bis 1983 (N-Serie)
Der Sound einer Ära: Die Morino und die Oberkrainermusik
Wer an die Hohner Morino denkt, kommt an einem Genre und einem Namen nicht vorbei: der Oberkrainermusik und dem legendären Slavko Avsenik. Die Morino und der unverkennbare „Avsenik-Sound“ sind in der Musikgeschichte unzertrennlich miteinander verwoben.
Slavko Avsenik revolutionierte mit seinen Original Oberkrainern die Volksmusik und prägte einen völlig neuen, extrem dynamischen Spielstil. Das Herzstück dieses Ensembles war die Hohner Morino. Durch die 5-chörige Bauweise und das markante Cassotto lieferte das Instrument genau die Durchsetzungsfähigkeit, die nötig war, um sich neben Trompete und Klarinette zu behaupten. Vor allem das Zusammenspiel des warmen, tiefen $16'$-Basses im Cassotto mit dem schwebenden Tremolo schuf jenen legendären, fast orgelartigen und extrem treibenden Sound, der bis heute weltweit das Markenzeichen der Oberkrainermusik ist. Bis heute gilt die Morino in diesem Genre als das absolute Nonplusultra.
Herkunft: Die "italienische" Morino
Während die früheren Morino-Modelle (wie die legendäre M-Serie) noch direkt im Hohner-Stammwerk in Trossingen (Deutschland) vom Band liefen, ging Hohner mit der N-Serie neue Wege. Um die Produktion zu optimieren, wurde die Fertigung der Morino N komplett nach Italien verlagert. Sie wurde im Auftrag von Hohner beim renommierten italienischen Premium-Hersteller Excelsior in Castelfidardo gebaut. Die Handschrift des italienischen Akkordeonbaus ist in der wunderbaren Gehäuseverarbeitung und dem typisch warmen, weichen Klang spürbar.
Das berüchtigte Phänomen der „Klebemorino“: Was steckt dahinter?
Unter Akkordeonbauern und in Fachwerkstätten ist die Morino N-Serie weltweit auch unter einem weniger schmeichelhaften Spitznamen bekannt: der „Klebemorino“.
Aus langjähriger Werkstatterfahrung lässt sich dieses Problem, das fast jedes Instrument dieser Ära früher oder später einholt, wie folgt erklären:
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Das Problem: Tasten und Bassknöpfe fangen plötzlich an zu quietschen, reagieren träge, bleiben hängen oder kleben regelrecht fest. Beim Öffnen der Register oder beim Betätigen der Klappen merkt man, dass die Klappenbeläge an der Planfüllung (dem Gehäuseboden unter den Klappen) haften bleiben.
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Die Ursache (Der Produktionsfehler): In den 1970er Jahren wollte man die Produktion modernisieren. Statt der traditionellen, mit Knochenleim oder Spezialklebern aufgebrachten Filz- und Lederbeläge kam ein damals neuartiger, synthetischer Klebstoff sowie Schaumstoffträger zum Einsatz. Was die Ingenieure damals nicht ahnen konnten: Der verwendete Kleber war nicht dauerhaft stabil.
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Der chemische Prozess: Über die Jahrzehnte hinweg zersetzen sich die Inhaltsstoffe des Klebers chemisch (Weichmacherwanderung). Der Klebstoff wird flüssig und wandert wie ein Schwamm durch den Filz und das Leder hindurch bis an die Oberfläche des Klappenbelags. Dort hinterlässt er einen extrem zähen, speckigen und klebrigen Film.
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Die Lösung in der Werkstatt: Puder oder Reinigungsmittel helfen hier nur sehr kurzfristig – der Kleber drückt immer wieder nach. Die einzig fachgerechte und dauerhafte Lösung ist eine komplette Sanierung in der Akkordeonwerkstatt. Dabei müssen alle alten Klappenbeläge komplett entfernt, die Planfüllung rückstandslos gereinigt und die Klappen mit klassischen, hochwertigen Filz-Leder-Belägen neu bestückt werden.
Gegen Ende der Produktion (beim Übergang zur S-Serie) erkannte Hohner den Fehler und stellte die Fertigung wieder auf klassische Methoden um.
Fazit
Wurde die Morino V N erst einmal in einer Fachwerkstatt von ihren „Klebepolstern“ befreit und fachmännisch saniert, ist sie ein absolut fantastisches, unzerstörbares und wertstabiles Trauminstrument. Dieses Exponat ist ein überragendes Beispiel für den epochalen, italienisch geprägten Sound der 70er Jahre – bereit, um den Geist von Slavko Avsenik auf der Bühne weiterleben zu lassen.
| Bässe: | 120 Bässe |
|---|---|
| Gehäuse: | Holzgehäuse |
| Instrument: | Akkordeon, Pianoakkordeon |
| Weitere Akk-Merkmale: | Cassotto, Musette, Oktavstimmung |
Eine Traditionsmarke für Akkordeon und Mundharmonika.
Seit 1857
Hauptsitz der Marke ist Trossingen/Baden-Württemberg
| Piano Tasten: | 41 |
| Anzahl Töne: | 41, F - A |
| Gattung: | chromatisch |
| Chöre: | 5 |
| Anzahl Register: | 11 |
| Klangfarben: | 11 |
| Chöre im Cassotto: | 2 |
| Füße im Cassotto: | 16’ + 8’ |
| Standardbässe: | 120 |
| Standardbass Chöre: | 5 |
| Standardbass Register: | 5 |
| Stimmplattenqualität: | Tipo a Mano |
| Gewicht: | 13 kg |
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Neuheiten
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Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.