Produkte filtern
Kundenservice
Öffnungszeiten:
Mo-Fr. 10-12 | 13:30-17
Hotline: 09264 96799-20
buero@musik-fast.de
Neuheiten
Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.
Weiße Tastenauflage Cantulia größeres Modell, gebraucht
Tastenauflage von Cantulia (wahrscheinlich 3-chörig), gebraucht mit Holzkern Modell ist nicht mehr bekannt, bitte nach Größe auswählen Gebrauchsspuren sind vorhanden, wie Vergilbungen, Haarrisse und Kratzer ohne Federn und Klappen
Tastenauflage Halbton schwarz 2er
2er-Set Kunststoff Tastenauflage für schwarze Tasten mit Holzkern Made in Italien in drei Größen lieferbar: Maße: N2 87 x 8,5 x 11,9 mm N3 94 x 9,6 x 13 mm N4 99 x 10,5 x 13,3 mm Einzelabnahme ist auch möglich, siehe weitere Angebote im Shop
Inhalt: 2 Stück (1,50 € / 1 Stück)
Schwarze Taste Hohner Lucia Clavis, gebraucht
Einzelne weiße Tasten ohne Klappen und Beläge Mit Sicherungssschraube/-Exzenter Nach Position im Instrument sortiert: oberste Taste (tiefes Fis ) = 1 - unterste Taste (hohes dis ) = 15 gebrauchte Teile können optische Beschädigungen haben, leichte Verformungen, Dellen oder Kratzer Alle Teile sind auf Funktion geprüft. Bitte bei Unklarheiten vorher Absprechen um Rücksendungen zu vermeiden. Rücksendungen gehen auf Kosten des Käufers.
Einzeltaste Hohner Bravo III 72, gebraucht
Einzeltaste aus einer Hohner Bravo III 72, gebraucht grob gereinigt ohne Klappe, Feder und Riegel die Clavishebel müssen angepasst werden. gebraucht, Kratzer und Gebrauchsspuren können vorhanden sein
Schwarze Taste Hohner Atlantic IV N komplett, gebraucht
schwarze Taste aus Kunststoff aus einer Hohner Atlantic IV N mit Feder und Klappe, ohne Sicherungsplättchen kann auch an die Concerto III S oder T passen Mögliche Ausführungen: gerader Clavishebel gewinkelter Clavishebel, entweder nach links oder rechts gebraucht, Kratzer und Gebrauchsspuren können vorhanden sein
Einzeltaste Weltmeister Meteor 120, gebraucht
Einzeltaste aus einer Weltmeister Meteor (41 Tasten/120 Bass), gebraucht grob gereinigt ohne Klappe, Feder und Riegel die Clavishebel müssen angepasst werden. gebraucht, Kratzer und Gebrauchsspuren können vorhanden sein
Tastenauflage Ganztöne Hohner Pirola III, gebraucht
Weiße Tastenauflage, original von Hohner schmale Tastatur z.B. Pirola III Einzelne Modelle können auf der Rückseite der Taste identifiziert werden, gleich vorne gebrauchte Teile: Kratzer und Gebrauchsspuren können vorhanden sein, nur grob gereinigt
Klappe Diskant Holz 49x15,5mm gebraucht
gebrauchte Holzklappe für Diskant-Seite für 1,5mm flache Clavishebel zum Kleben ohne Klappenbelag, Reste von alte Beläge können noch drauf sein, deshalb sollte die Klappe erst gereinigt werden. Das ist aber recht einfach. Man nimmt einfach eine plane und glatte Oberfläche, auf die ein mittelgrobes Schleifpapier gelegt oder auch geklebt wird. Darauf einfach die Klappe abschleifen, bis die letzte Reste des alten Belages entfernt sind. Danach lässt sich der neue Belag bestens aufkleben.
Weiße Taste Hohner Lucia Clavis, gebraucht
Einzelne weiße Tasten ohne Klappen und Beläge Mit Sicherungssschraube/-Exzenter Nach Position im Instrument sortiert: oberste Taste (tiefes F ) = 1 - unterste Taste (hohes F ) = 22 gebrauchte Teile können optische Beschädigungen haben, leichte Verformungen, Dellen oder Kratzer Alle Teile sind auf Funktion geprüft. Bitte bei Unklarheiten vorher Absprechen um Rücksendungen zu vermeiden. Rücksendungen gehen auf Kosten des Käufers.
Klappe Holz 26,7x16,5
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Diskant Holz 51x15,5mm gebraucht
gebrauchte Holzklappe für Diskant-Seite für 1,5mm flache Clavishebel zum Kleben ohne Klappenbelag, Reste von alte Beläge können noch drauf sein, deshalb sollte die Klappe erst gereinigt werden. Das ist aber recht einfach. Man nimmt einfach eine plane und glatte Oberfläche, auf die ein mittelgrobes Schleifpapier gelegt oder auch geklebt wird. Darauf einfach die Klappe abschleifen, bis die letzte Reste des alten Belages entfernt sind. Danach lässt sich der neue Belag bestens aufkleben.
Diskantknopf 14mm Gewinde schwarz-perlmutt
Diskantknopf aus Kunststoff mit Gewinde Durchmesser: 14 mm schwarz-perlmutt Auswählbar mit glatter oder geriffelter Oberfläche
Weiße Taste Hohner Atlantic IV N VOX komplett - gebraucht
gebrauchte weiße Taste einer Hohner Atlantic IV N VOX mit Clavishebel und Klappe (ohne Verriegelung) inkl. Greifer für den Federkontakt auf der Unterseite der Taste gebrauchte Teile können optische Beschädigungen haben, leichte Verformungen, Dellen oder Kratzer Alle Teile sind auf Funktion geprüft. Bitte bei Unklarheiten vorher Absprechen um Rücksendungen zu vermeiden. Rücksendungen gehen auf Kosten des Käufers.
Clavishebel Hohner Pirola - gebraucht
Clavishebel mit Verbinder ausgebaut aus einer Hohner Pirola III (evtl. passend auch für andere Modelle) ohne Tastenbelag und Klappe lieferbar so lange Vorrat reicht in zwei unterschiedliche Versionen, mit langen oder kurzen Hebel
Schwarzes Endstück für Diskanttasten gewölbt
Schwarzes Endstück/Blende für Diskanttasten mit einer Breite von 19,20 mm Zum Aufkleben
Weiße Taste Cantulia kleines Modell - gebraucht
gebrauchte Taste eines Cantulia Akkordeons mit Clavishebel Modell ist nicht mehr bekannt, bitte nach Größe auswählen wahrscheinlich 2-chöriges Modell Gebrauchsspuren sind vorhanden, wie Vergilbungen, Haarrisse und Kratzer ohne Federn und Klappen
Schwarze Taste gebraucht mit Clavishebel
Schwarze Taste mit Holzkern und rundem Clavishebel Modell und Fabrikat unbekannt, könnte Cantulia sein gebraucht, Kratzer und Gebrauchsspuren können vorhanden sein
Klappe Diskant Weltmeister 4-chörig, gebraucht
Klappe mit Belag für Weltmeister Akkordeons mit 4 Chöre gebraucht, meistens ohne brauchbaren Klappenbelag, bitte Belag austauschen. mit zwei verschiedene Gummiprofile für Clavishebel
Klappe Diskant Weltmeister 3-chörig, gebraucht
Klappe ohne Belag für Weltmeister Akkordeons mit 3 Chöre gebraucht, der Belag muss ersetzt werden. mit zwei verschiedene Gummiprofile für Clavishebel
Diskantknopf 14mm Gewinde weiß-perlmutt
Diskantknopf aus Kunststoff mit Gewinde Durchmesser: 14 mm weiß-perlmutt Auswählbar mit glatter oder geriffelter Oberfläche
Dämpfungsring für Diskanttastatur Hohner Filzring
Ersatzfilzringe für die Tastaturführung bei diversen Hohner-Akkordeons Mindestabnahme: 10 Stück
Tastenauflage Ganztöne Hohner Pirola III - neu
Weiße Tastenauflage gebraucht (mit Kratzer und Klebereste) schmale Tastatur Einzelne Modelle können auf der Rückseite der Taste identifiziert werden, gleich vorne
Diskantknopf 14,6mm perlloid gebraucht
Gebraucht Kratzer oder Vergilbungen können vorhanden sein mit Schraube aus Kunststoff Verschiedene Ausführungen: weiß glatt glatt mit seitlichen Punkt geriffelt geriffelt mit seitlichen Punkt schwarz (aktuell nicht vorhanden)
Weiße Taste Hohner Atlantic IV N | Concerto III N komplett - gebraucht
gebrauchte Ganzton-Taste einer Hohner Atlantic IV N oder Concerto III N mit Clavishebel und Klappe Der Clavishebel passt nicht immer in das gewünschte Instrument und muss angepasst oder ersetzt werden. Auch der Klappenbelag müsste evtl. gewechselt werden. Die gewünschte Taste kann anhand der angegeben Nummer an der äußersten Seite identifiziert werden. Vorne (von unten) ist in der Taste die Nummer mit eingeprägt. Bei Unsicherheiten bitte einfach anfragen, wir helfen gerne. Wichtiger Hinweis! Die Clavishebel sind unterschiedlich gebogen und müssen an das gewünschte Instrument angepasst werden. Die Sortierung erfolgt nicht nach der Position am Instrument, sondern anhand der Form der Taste. Die Clavishebel müssen deshalb individuell angepasst werden oder durch den alten Hebel ausgetauscht werden! Es handelt sich hier um gebrauchte Teile, die grob gereinigt sind, auf Funktion geprüft und somit technisch in Ordnung sind. Es können aber Gebrauchsspuren vorhanden sein.
Neuheiten
Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.