Kundenservice
Öffnungszeiten:
Mo-Fr. 10-12 | 13:30-17
Hotline: 09264 96799-20
buero@musik-fast.de
Steirische Harmonika Hlavacek Bb/Eb/Ab, gebraucht
1.300,00 €
- Günstiger Versand
- Versand innerhalb von 1-2 Tage
- 14 Tage Geld-Zurück-Garantie
- Bequeme Zahlungsmöglichkeiten
Produktinformationen "Steirische Harmonika Hlavacek Bb/Eb/Ab, gebraucht"
neuwertige Harmonika von Hlavacek, gebaut bei Delicia, wenig gespielt
3-reihig mit 3 Halbtöne, starkes Tremolo
B/Es/As (Bb/Eb/Ab)
2 Mollbässe
Baujahr 1993
Allgemein sehr guter Zustand
- Wachs neuwertig
- Balg sauber und dicht
- mit Riemen und Koffer
Das Tremolo kann gerne gegen Aufpreis von 200,00 € angepasst werden.
Keine Gewährleistung, wenn keine Reparatur dazugebucht wird!!!
Verkauf im Kundenauftrag
Grifftabelle gibt es auf Anfrage.
Gebrauchte Instrumente haben immer Gebrauchsspuren, wie Kratzer, Dellen oder Korrosion, sind in der Regel verstimmt und haben veraltetes Wachs (spröde und rissig)
Deshalb übernehmen wir keine Gewähr auf versteckte Mängel bei unreparierten und gebrauchten Instrumenten, die älter als 10 Jahre sind.
Fragen Sie bitte vor den Kauf lieber noch einmal nach, am besten schriftlich, gerne auch mit Wunsch auf Rückruf, wir rufen bei Gelegenheit gerne zurück.
| Bässe: | 12 Bässe |
|---|---|
| Diskant (Tasten/Knöpfe): | 37 Knöpfe |
| Farbe: | braun |
| Herstellungsland und -region: | Tschechien |
| Instrument: | Steirische Harmonika |
| Knopfreihen: | 3 Reihen |
| Stimmung: | B/Es/As |
Wichtige Informationen können hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Die Marke Hlaváček blickt auf eine über 130-jährige, bewegte Geschichte zurück, die von handwerklicher Pionierarbeit, Weltkriegen und Verstaatlichung geprägt ist.
Die Gründung durch Josef Hlaváček
1894
Der Instrumentenbauer Josef Hlaváček beginnt in der böhmischen Stadt Louny mit der Produktion der ersten tschechischen Heligons (Heligonkas). Die Instrumente zeichnen sich rasch durch ihre hervorragende Qualität und den tiefen, warmen Klang aus, der durch die Verwendung hochwertiger Stimmplatten erzielt wird.
Expansion und die „Selbstlernschule“
Um 1900
Hlaváček-Harmonikas gewinnen auf Ausstellungen zahlreiche Preise und werden zum Exportschlager. Um den Verkauf anzukurbeln, veröffentlicht Hlaváček eine eigene Harmonikaschule zum Selbstunterricht, die er den Instrumenten beilegt – ein genialer Marketing-Schachzug. Später zieht ein Teil des Betriebs nach Prag um.
Die Blütezeit
1910–1930er
Die Firma fertigt nun auch modernere, dreireihige chromatische Akkordeons und erreicht jährliche Produktionszahlen von 500 bis 600 Stück. Nach dem Tod von Josef Hlaváček führt sein Sohn Bohumil Hlaváček (1897–1986) das Erbe fort. Die tschechischen Heligonkas von Hlaváček, aber auch von Konkurrenten wie Josef Kebrdle (gegründet 1920 in Hořovice), erlangen weltweiten Ruhm.
Verstaatlichung im Kommunismus
1948
Mit der Machtübernahme der Kommunisten in der Tschechoslowakei werden alle privaten Instrumentenbauer zwangsweise verstaatlicht. Die Werkstätten von Hlaváček, Kebrdle und anderen werden im staatlichen Großbetrieb Harmonika Hořovice (später bekannt als Delicia) zusammengefasst. Die Marke Hlaváček bleibt jedoch als geschätzte Modellreihe für diatonische Harmonikas im Sortiment erhalten.
Zusammenbruch und Rettung der Marke
2004–2005
Nach dem Ende des Sozialismus und der darauffolgenden Privatisierung gerät das Nachfolgeunternehmen Bohemia Musico-Delicia in finanzielle Schieflage; die Produktion wird kurzzeitig eingestellt. Im Jahr 2005 übernimmt die Familie von Zdeněk Koutný den Betrieb. Sie reanimieren die traditionsreichen Marken Delicia und Hlaváček erfolgreich und setzen auf handwerkliche Fertigung im tschechischen Hořovice.
Heutige Produktion
2005-heute
Heute werden neue Harmonikas unter dem Namen Hlaváček von der tschechischen Traditionsfirma DELICIA Accordions s.r.o. in Hořovice (Tschechische Republik) gebaut.
| Diskant | 37 Knöpfe |
| Chöre | 3 |
| Bässe | 12 |
| Mollbässe | ja, 2 |
| Gehäuse | Holz |
| Gewicht | 6,55 kg |
0 von 0 Bewertungen
Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen
Anmelden
Neuheiten
Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.