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Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.
Klappe Holz 26,7x16,5
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Sekund-Klappe Hohner Atlantic, Pirola, Lucia - gebraucht
Sekundklappe mit Gummiprofil (für die Akkordtöne im Bass) ohne Klappenbelag passend für mehrere Hohner Modelle, z.B. Atlantic, Lucia, Pirola, ...
Klappe Holz 32x13
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Holz 68x12
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon, 4-chörig Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Holz 34x21
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Bass-Klappe Hohner Atlantic, Pirola, Lucia - gebraucht
Bassklappe mit Gummiprofil (für die Basstöne und auch für die Luftklappe) ohne Klappenbelag passend für mehrere Hohner Modelle, z.B. Atlantic, Lucia, Pirola, ...
Bassklappe Holz 36x19mm gebraucht
gebrauchte Holzklappe für Bass-Seite für 1,5mm flache Clavishebel zum Kleben ohne Klappenbelag, Reste von alte Beläge können noch drauf sein, deshalb sollte die Klappe erst gereinigt werden. Das ist aber recht einfach. Man nimmt einfach eine plane und glatte Oberfläche, auf die ein mittelgrobes Schleifpapier gelegt oder auch geklebt wird. Darauf einfach die Klappe abschleifen, bis die letzte Reste des alten Belages entfernt sind. Danach lässt sich der neue Belag bestens aufkleben.
Halteprofil Bassklappen für Weltmeister - gebraucht
kleine Halteprofile aus Kunststoff für diverse Bass- und Sekundklappen aus der Weltmeister-Produktion z.B. für Weltmeister Meteor
Bass-Klappe komplett Hohner Atlantic, Pirola, Lucia - gebraucht
Bassklappe mit Gummiprofil und Belag (für die Basstöne und auch für die Luftklappe) komplett einbaufertig mit gebrauchtem Klappenbelag passend für mehrere Hohner Modelle, z.B. Atlantic, Lucia, Pirola, ...
Klappe Kunststoff 53,8x12,6
Klappe aus weißem Kunststoff ausgebaut aus einem alten Klingenthaler Instrument unterschiedliche Ausnahmen für Clavishebel ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Sekund-Klappe Weltmeister (zum Stecken) - gebraucht
weiße Klappen, für diverse Weltmeister Modelle, zum Stecken, gebraucht aus Kunststoff ohne Gummiprofil zum Befestigen an die Clavishebel
Klappe Holz 52,5x15
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Bass-Klappe komplett Hohner Atlantic, Pirola, Lucia
Bassklappe mit Gummiprofil und Belag (für die Basstöne und auch für die Luftklappe) komplett einbaufertig passend für mehrere Hohner Modelle, z.B. Atlantic, Lucia, Pirola, ...
Bassklappe Holz 34x19mm gebraucht
gebrauchte Holzklappe für Bass-Seite für 1,3 mm flache Clavishebel zum Kleben ohne Klappenbelag, Reste von alte Beläge können noch drauf sein, deshalb sollte die Klappe erst gereinigt werden. Das ist aber recht einfach. Man nimmt einfach eine plane und glatte Oberfläche, auf die ein mittelgrobes Schleifpapier gelegt oder auch geklebt wird. Darauf einfach die Klappe abschleifen, bis die letzte Reste des alten Belages entfernt sind. Danach lässt sich der neue Belag bestens aufkleben.
Klappe Holz 31x15
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass für zwei verschiedene Clavishebelgrößen auswählbar ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Bass Hohner Bravo - gebraucht
Klappe für die Bass-Seite auswählbar für Bass oder Sekund (Beibass oder Akkord) schwarzes Kunststoff passt in Hohner Bravo III
Klappe Metall 34x15
Metallklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Holz 29x11,7
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Holz 27x13
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Sekund-Klappe Weltmeister (zum Kleben) - gebraucht
Klappen mit Klappenbelag (gebraucht) Für die Akkorde oder auch Beibässe aus Kunststoff Befestigung an die Clavishebel mit Kleber und einem Halteprofil (kann separat bestellt werden)
Klappe Holz 25,6x18,5
Holzklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Schlitz für Clavis ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Metall 15x15
Metallklappe für Harmonika oder Akkordeon Einsetzbar im Diskant, auch Bass ohne Klappenbelag Gebraucht, kann Gebrauchsspuren und Reste von Kleber und Belag haben, auch die Maße könne leicht abweichen
Klappe Holz 43x19mm gebraucht
gebrauchte Holzklappe für Bass-Seite für 1,5mm flache Clavishebel zum Kleben ohne Klappenbelag, Reste von alte Beläge können noch drauf sein, deshalb sollte die Klappe erst gereinigt werden. Das ist aber recht einfach. Man nimmt einfach eine plane und glatte Oberfläche, auf die ein mittelgrobes Schleifpapier gelegt oder auch geklebt wird. Darauf einfach die Klappe abschleifen, bis die letzte Reste des alten Belages entfernt sind. Danach lässt sich der neue Belag bestens aufkleben.
Bass-Klappe Weltmeister (zum Kleben) - gebraucht
Klappen mit Klappenbelag (gebraucht) Für die Bässe aus Kunststoff Befestigung an die Clavishebel mit Kleber und einem Halteprofil (kann separat bestellt werden)
Neuheiten
Ein seltenes und stilvolles Zeugnis rheinischer Akkordeon-Geschichte Dieses Exponat ist eine absolute Rarität für Liebhaber deutscher Instrumentenhistorie. Mit dem Modell „Señori“ präsentiert sich ein wunderschönes Pianoakkordeon der ehemaligen Edel-Schmiede Cantulia. Das Instrument besticht durch sein typisches, elegantes 1950er-Jahre-Design im weinroten Perloid-Gewand und repräsentiert eine Ära, in der erstklassige Handwerkskunst auf ikonischen Zeitgeist traf. Technische Daten & Ausstattung Instrument: Pianoakkordeon Modell: „Señori“ Hersteller: Cantulia (Siegburg, Deutschland) Bässe: 72 Bässe (perfekte Kompaktklasse für maximale Flexibilität) Diskant: 34 Tasten Stimmung: Reine Oktavstimmung (klarer, kräftiger Ton ohne Schwebung) Stimmplatten-Montage: Mit Spezialkleber direkt auf den Stimmstöcken verklebt (nicht traditionell gewachst) Gehäuse: Robustes Holzgehäuse mit weinrotem Zelluloid-Überzug Register: 3 Diskantregister (große weiße Drücker) Besonderheiten des Modells „Señori“ 1. Die Oktavstimmung (Ohne Tremolo) Im Gegensatz zu vielen Standard-Akkordeons, die auf ein schwebendes Musette-Tremolo setzen, besitzt die „Señori“ eine klassische Oktavstimmung. Hierbei erklingen die Chöre im reinen Oktavabstand zueinander. Das sorgt für einen sehr klaren, definiert-trockenen und tragenden Sound. Dieser schnörkellose Klang ist besonders im Jazz, in der Klassik oder für präzise, rhythmische Balg-Arbeit extrem beliebt. 2. Das unverwechselbare Cantulia-Design Das Modell ist ein designtechnisches Kind der Wirtschaftswunderzeit: Die asymmetrischen, goldfarben hinterlegten Lüftungsschlitze des Diskantverdecks wirken beinahe wie der Kühlergrill eines amerikanischen Straßenkreuzers dieser Ära. Der schwungvolle Schriftzug „Señori“ auf der Bassseite unterstreicht den mediterran-eleganten Anspruch, den Cantulia mit seinen Instrumenten verkörpern wollte. 3. Die unkonventionelle Stimmplatten-Montage Eine markante bauliche Eigenheit dieses Modells liegt im Verborgenen: Cantulia ging bei der Befestigung der Stimmplatten eigene, experimentelle Wege. Die Stimmplatten wurden nicht im traditionellen Wachsverfahren auf den Stimmstöcken montiert. Stattdessen kam ein spezieller Klebstoff zum Einsatz, mit dem die Platten dauerhaft und starr verklebt wurden. Was damals als moderne Produktionsmethode galt, erweist sich heute bei Wartungs- und Stimmarbeiten als immense Herausforderung. Die Geschichte von Cantulia: Aufstieg, Glanz und das jähe Ende Jedes heute noch existierende Cantulia-Akkordeon ist ein endliches, historisches Dokument. Da die Marke vor fast 70 Jahren ausgelöscht wurde, gibt es keinerlei Nachbauten – jedes erhaltene Instrument ist ein echtes Sammlerstück mit einer bewegenden Historie: Die Anfänge in Siegburg (1937): Die Firma wurde 1937 vom gelernten Klavierbauer Walter Kändler in Siegburg (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Der Name „Cantulia“ leitet sich vom lateinischen cantare (singen) ab. Kändler wollte Instrumente bauen, die klanglich und qualitativ den etablierten Weltmarken in nichts nachstanden. Der Aufstieg zum Premium-Konkurrenten (1950er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Cantulia einen rasanten Aufschwung. In den 1950er-Jahren beschäftigte das Werk in Siegburg zeitweise über 300 Mitarbeiter. Cantulia-Akkordeons waren berühmt für ihre hervorragende Tastatur-Ergonomie, die präzise Ansprache und ein auffallend modernes Design. Sie wurden zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für die Vormachtstellung des Branchenriesen Hohner. Das Hohner-Übernahme-Manöver (1957/1958): Um den lästigen und qualitativ hochwertigen Konkurrenten aus dem Rheinland strategisch vom Markt zu nehmen, kaufte Hohner im Jahr 1957 die firma Cantulia auf. Kurz nach der Übernahme folgte das jähe Ende: Bereits zum 31. Dezember 1958 ließ Hohner die Produktion in Siegburg komplett einstellen und schloss das Werk endgültig. 🛠️ Der Blick des Fachmanns: Konstruktions-Fluch und Sammler-Segen Auf dem heutigen Gebrauchtmarkt nimmt Cantulia eine absolute Sonderrolle ein. Wer den runden, typisch holzigen Sound und das unverwechselbare 50er-Schnitt-Design sucht, kommt an einer Cantulia nicht vorbei. Aus technischer Sicht birgt das Innenleben dieser Instrumente jedoch eine berüchtigte Problemstelle, die für Handzuginstrumentenmacher bis heute ein absoluter Dorn im Auge ist: Der Kleber-Albtraum: Weil die Stimmplatten mit einem Spezialkleber starr verklebt wurden, altert das Material extrem schlecht. Der Klebstoff lässt sich heute nur unter größtem mechanischen und chemischen Aufwand materialschonend von den hölzernen Stimmstöcken entfernen. Erschwerte Servicearbeiten: Das macht anfallende Stimmarbeiten oder eine komplette Neubelegung der Ventile zu einer extrem zeitaufwendigen und damit teuren Geduldsprobe für jeden Restaurator. Das Urteil zur Langlebigkeit: Trotz der enormen Marktmacht zur Glanzzeit der Firma zeigt sich aus heutiger Sicht: Die technische Konstruktion von Cantulia war langfristig nicht so robust und wartungsfreundlich konzipiert wie die vergleichbarer Konkurrenzmodelle dieser Epoche. Dennoch bleibt die „Señori“ ein faszinierendes, wenn auch im Service anspruchsvolles Zeugnis einer untergegangenen deutschen Industriegeschichte.